Anfang Mai, strahlender Sonnenschein, überall blühen die Kirschen, was liegt da näher als zu reisen. In dieser Zeit gibt es in Japan 4 Feiertage die zusammen mit dem Wochenende als Goldene Woche bezeichnet werden. Die eigentliche, längerfristige Planung sah vor, dass wir uns nach Hokkaido machen. Dort soll man im Frühling und Sommer wunderbare Ansichten von der Natur genießen können. Da gab es aber zwei Probleme, zum einen kamen wir mit dem Planen nicht in die Pötte und es war kalt, sprich es lag noch Schnee auf Hokkaido. Die Idee war also den nördlichen Teil der Hauptinsel etwas zu entdecken. Das ganze haben wir mit unserem Turbomobil in einer Rundreise von guten 1000km getätigt und hatten erstaunlich Glück mit dem Wetter, nicht aber mit Staus.
Erste Station war Yamadera. Hinter dem Namen verbirgt sich ein buddhistischer Schrein am Bergabhang. Hier hatten wir mit dem Wetter noch nicht ganz so viel Glück, aber das war schon okay. Übernachtet haben wir im nahegelegenen Yamagata. In der gleichnamigen Provinz werden übrigens Unmengen an Kirschen geerntet. Die Japaner haben die normalen Kirschbäume so überzüchtet, dass sie keine Kirschen mehr tragen. Yamagata sticht hier deswegen deutlich hervor.
Nächste Station war Sendai, besucht wurde die nicht-vorhandenen Burg von Date Masamune, dem einäugigen Fürsten Sendais, und dessen farbenträchtigen Mausoleum Zuihoden. Sendai ist u.a. für sein Gyūtan (gebratene Rinderzunge) berühmt. Haben wir probiert, für gut und teuer befunden.
Von Sendai sind wir zu Inselkette Matsushima. Die Inseln selbst gehören zu den 3 schönsten Landschaften Japans und deren Meinung würde ich mich anschließen, wobei ich beide anderen Sehenswürdigkeiten noch nicht kenne. Am Abend sind wir Richtung Ōshū aufgebrochen zur nächsten Übernachtung. Dazu gibt es 2 markante Dinge hervorzuheben. Zum einen haben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen bekommen (siehe Bilder von Lars) und zum anderen sind wir wegen dem elenden Stau das erste mal auf die Autobahn/I.C. mit unserem kleinen Auto. Es hat sich tapfer geschlagen, aber auch unglaublich gut geschluckt… bei 90km/h 
Chusonji und der Tazawako See waren unsere nächsten Ziele. Ersterer besticht durch einen beeindruckenden goldenen Schrein, den man natürlich nicht fotografieren darf, genauso wenig wie die unzähligen vergoldeten Relikte. Der See hingegen ist der tiefste See Japans und hat uns einen leider bewölkten Sonnenuntergang beschert. Da unsere Unterkunft in Akita selbst war, mussten wir abends noch ein Stück fahren und da war wieder übelster Stau angesagt und auch keine Ausweichmöglichkeit auf den I.C. vorhanden. Das hat Nerven gekostet. Schlimmer ist eher die Tatsache, dass wir am nächsten Morgen wieder in die Richtung zurück wollten um uns die alte Samuraistadt Kakunodate anzuschauen. Das Problem haben wir gelöst, dass wir im Stau abgebogen sind und etwas die Zeit im Onsen verbracht haben. Neben einem sehr belebten Hanami in Kakunodate, waren dort auch einige ältere Samurai Gebäude und entsprechend gekleidete Personen zu sehen.
Letzte Übernachtung war in Tsuruoka in einem Youth Hostel, alles andere waren bis dato Hotels oder trad. japanische Unterkünfte. Hier muss man sagen, dass der Betreiber sich unglaublich Mühe gegeben hat und auch für ein Abendprogramm gesorgt hat. Dies durften wir mit den 3 anderen Besuchern, ein japanischer Zeitungsredakteur mit dem wir uns anfangs länger unterhaltet haben und zwei Damen, genießen. Vor unserer Ankuft haben wir uns den Berg Hagurosan angetan und wenn ich meine angetan, dann hat das noch einen leichten verscherzten Unterton. Der Berg ist neben Gassan und Yudonosan Teil der legendären Pilgerberger “Die drei Berge von Dewa” und zwar der kleinste. Diesen haben wir über gefühlte Milliarden von zu kleine Treppenstufen erstiegen, deren Fertigstellung alleine 13 Jahre gedauert hat. Belohnt wurden wir u.a. mit dem angeblichen größten Gebäude mit Reisstrohdach, der dritt größten Glocke und Schnee.
Abschluss der Reise war ein Abstecher zum Fluss Mogami, wo Lars und Steffen eine kleine Bootstour in der schönen Landschaft unternahmen, mir wars zu warm und ich habe mir ein Eis gegönnt 